Geschichte

Die ersten Ideen zur Errichtung von Garagen auf einer ehemaligen Asche- und Müll-Halde an gleichem Ort entstanden ca. 1982 - u.a. aufgrund des Parkplatz-Mangels im inzwischen entstandenen Neubau-Gebiet Freital-Zauckerode. Initiator für diesen Garagen-Bau war seinerzeit Herr Lothar Seliger, ein Mitarbeiter im VEB Edelstahlwerk Freital. Vorteil dieses Standortes war, dass eine anderweitige Nutzung dieses Halden-Grundstückes kaum in Frage kam und kommt – was gleichzeitig auch ein bis heute fortdauernder Nachteil ist: permanente Setzungs-Erscheinungen an einigen Garagen aufgrund des unsicheren Baugrundes.
 
Nachdem im Jahr 1982 mit der Stadt Freital die Nutzungs-Möglichkeit des Grundstückes geregelt war (insbesondere war die Bedingung „keine Ansprüche aufgrund der unklaren Baugrund-Qualität“ zu akzeptieren), fand am 07.03.1983 im „Club der Werktätigen“ auf der Schachtstraße in Freital die Gründungsversammlung der „Garagengemeinschaft Freital-Burgwartstraße“ statt.


Im ersten Statut dieser Garagengemeinschaft vom 22.02.1983 umfasste der Vorstand in der Bauphase insgesamt 17 Personen, darin eingeschlossen acht Baugruppenleiter für die Baudurchführung – nach Fertigstellung aller Garagen und der Infrastruktur (Wege, Entwässerung, Elektro-Versorgung …) dann noch 12 Vorstands-Mitglieder. 


Die Revisions-Kommission bestand aus drei weiteren Mitgliedern der Garagengemeinschaft.


Vom Bau-Beginn an war vereinbart, dass alle Garagen und die Infrastruktur zunächst gemeinschaftlich gebaut werden und erst nach Fertigstellung jedem Garagengemeinschafts-Mitglied „seine“ Garage per Los-Entscheid zugeteilt wird.


Je Garagengemeinschafts-Mitglied war als Kosten-Beitrag je Garage ein Betrag von insgesamt 2.000,00 DDR-M auf das Gemeinschafts-Konto zu zahlen sowie 250 Arbeits-Stunden zu leisten – im Bauverlauf ergab sich dann die Notwendigkeit auf 270 Stunden zu erhöhen. 


Nach der Fertigstellung und Los-Zuteilung war von jedem Mitglied ein jährlich zu entrichtender „Unkosten-Beitrag“ (für Pacht, Instandhaltung, ELT und Versicherungen) von zunächst 65,00 DDR-M zu zahlen, später (ab 1985) wurde dieser Betrag auf 75,00 DDR-M erhöht.

 

Alle bauwilligen Erst-Mitglieder der Garagengemeinschaft beteiligten sich mit viel Leidenschaft am Aufbau der insgesamt 144 Garagen – jeder nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Das Bauen dieser großen Anzahl von Garagen und insbesondere auch der Infrastruktur war im Jahr 1983 eine Herausforderung. Zunächst galt es, die vorgefundene Gelände-Oberfläche zu eben. Um den Aufwand dafür zu minimieren, wurde das in zwei Höhen-Ebenen ausgeführt – heute immer noch gut sichtbar an den Höhen-Versätzen in beiden Fahrstraßen.


Eine besondere Herausforderung stellte der Bau der Grundstücks-Entwässerung dar (Einbindung der Dachabläufe und der Tagwasser-Einläufe in den beiden Fahrstraßen), insbesondere aber auch die Überwindung des Höhen-Unterschiedes vom Fahrstraßen-Niveau bis zur Einbindung in den Wiederitz-Bach neben der ehemaligen Kleinbahnstrecke. Der Höhen-Unterschied wurde über eine Kaskade von Fall-Schächten in der Halden-Wange (Abkipp-Kante der ehemaligen Schutt-Halde) realisieret – dies extrem aufwändig aufgrund des unsicheren Baugrundes, da das der jüngste Teil der Schutt-Halde war.


Aber auch beim Herstellen der Bohrlöcher für das Einsetzen (Einbetonieren) der Beton-Stützen traf man mitunter auf unüberwindbare Hindernisse – einige wenige Beton-Stützen mussten letztlich gekürzt werden. Sowohl für das Planieren der Baugelände-Oberfläche als auch für das Herstellen der v.g. Bohrlöcher konnte „schwere“ Technik organisieret werden. Eine weitere Herausforderung war die Beschaffung, der Transport und die Zwischen-Lagerung für Baumaterial. Zement in der hier erforderlichen Menge musste lose gekauft werden. Für die Wetter-geschützte Zwischen-Lagerung des Zementes wurde eine bereits fertiggestellte Garage genutzt.

 

Im Verlauf der Mitgliederversammlung am 13.02.1992 wurde mit großer Mehrheit die Gründung unseres „Garagen-Vereins Burgwartstraße Freital e.V.“ auf unbestimmte Zeit beschlossen – zum Gründungs-Zeitpunkt noch als „Garagen-Verein Freital Burgwartstraße“ benannt.


Erster Vorsitzender des nun neu gegründeten Garagen-Vereins war über viele Jahre und mit großem Engagement Herr Eberhard Rantzsch.
Mit der Vereinsgründung wollte man das Bestehen dieser „Garagengemeinschaft Freital- Burgwartstraße“ auch unter den neuen rechtlichen Gegebenheiten nach der „Wende“ 1989/1990 sichern. Gleichzeitig war es Ziel, mit der Stadt Freital als Grundstücks-Eigentümer einen unbefristeten Pacht-Vertrag für das von uns genutzte Grundstück abzuschließen um unsere Garagen – auch im wörtlichen Sinn – auf sicherem Grund und Boden zu wissen.